Aufgefallen war uns der junge Pianist Tilman Krämer aus der Nähe von Stuttgart in der Redaktion erstmals, als eine CD mit Mendelssohns „Liedern ohne Worte“ von einem uns fast vollkommen unbekannten Label aus Leonberg zur CD des Doppelmonats gekürt wurde. Unser Mitarbeiter Oliver Buslau war so begeistert, dass er sogleich nach dem Anhören in der Redaktion anrief und uns berichtete, er habe eine wunderbare CD gehört. Der Pianist auf dieser CD war eben jener Tilman Krämer. In den folgenden Jahren erschienen weitere CDs mit diesem Pianisten und machten immer wieder einen hervorragenden Eindruck. Nun hat dieser Pianist im Deutschlandradio in Köln die Sonate Opus 5 und die Balladen Opus 10 von Brahms eingespielt. Wir beobachteten ihn während der Aufnahmen und setzten uns mit ihm zusammen, um mehr über seine Person zu erfahren.
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"In Edvard Griegs berühmten Klavierkonzert in a-Moll konnte dann der junge Pianist Tilman Krämer, der längst mit Preisen und Einladungen zu Festivals überhäuft wird, alle Register seines Könnens ziehen. Kraftvoll und virtuos gestaltete er Griegs romantischen Überschwang und entführte die Hörer im langsamen Mittelsatz in die Weite und Stille Norwegens. Von Tilman Krämer werden wir noch hören."
Die Welt
"Effektvoll ging es weiter mit dem Klavierkonzert des Norwegers Grieg. Welch ein Brocken! Aber der Solist Tilman Krämer, Absolvent der Lübecker Musikhochschule, war den hohen Anforderungen gewachsen. Brillanz und Gefühl verbanden sich in seiner Interpretation."
Hamburger Abendblatt
„Eine wahre Meisterleistung bot Tilman Krämer mit dem eindrucksvollen und schwierigen Moderato aus der Sonate f- Moll von Johannes Brahms.“
Stuttgarter Zeitung
"Seit April 2007 ist Tilman Krämer Dozent im Fach Klavier an der Freiburger Musikhochschule. Dort gab er jetzt mit einem Solokonzert seine musikalische Visitenkarte ab. Mit Werken des jungen Brahms. Nicht weiter verwunderlich, denn besonders mit ihm und anderen Komponisten des 19. Jahrhunderts hat Krämer sich in gefeierten Einspielungen bislang hervorgetan. ... die lyrischen Episoden gestaltete er exquisit und voller Gefühl. Gefühl, darauf vor allem setzte der Interpret. Mit Brahms ist er per du, das zeigte das Konzert deutlich. ... Nach dem sehr klar und gefasst dargebotenen Scherzo op. 4 war sein Spiel bei Brahms Klaviersonate Nr. 2 dann schlackenlos und konzentriert. In den lyrischen Entrückungen erreichte der neue Dozent eine Tiefe des Ausdrucks, die auch die beiden sanften und unprätentiösen Zugaben leuchten ließ."
Badische Zeitung
Einem Meilenstein der Konzertliteratur widmete sich der 36-jährige Tilman Krämer mit makelloser Technik, Phrasierungs- und schlüssiger Interpretationskunst in Ludwig van Beethovens 4. Klavierkonzert. Trotz großer pianistischer Leidenschaft und starken Akzenten stand nicht das virtuose Ego im Vordergrund, sondern Versenkung und poetischer Zauber. Dem Beifallsturm mit Bravorufen - auch für das gleichberechtigte Orchester - dankte Tilman Krämer dann solo mit Felix Mendelssohn Bartholdys idyllischem Salonstück "Frühlingstraum". Südwestpresse
"Während aber Nr. 1 bei aller Vitalität klassisch gebändigt wirkt, klingt Nr. 2 eher fantastisch- schweifend. Tilman Krämer meisterte die orchestralen, gleichsam "dreihändigen" Klaviersätze mit beeindruckender Virtuosität und verlieh sowohl farbkräftigen als auch zarten Schattierungen überzeugenden Ausdruck. Zurecht wird ihm nachgesagt, mit Brahms "per Du" zu stehen. Der begeisterte Applaus wurde mit zwei Zugaben belohnt."
"Nach der Preisverleihung spielte Preisträger Tilman Krämer Schuberts Sonate a-Moll D 784 und vier Kompositionen von Eduard Erdmann. Schon zu Beginn hatte man den Eindruck, daß der Pianist "selbst" komponieren würde; mit atemberaubender Dichte zog er das Publikum in seinen Bann. Ob schnellste Stimmungswechsel, perlende Virtuosität, Klangfarben aller Dynamikabstufungen: ein Klangerlebnis der besonderen Art. Das begeisterte Auditorium forderte Tribut - und bekam ihn."
"Nach der Übergabe der Auszeichnungen führte der erste Preisträger, Tilman Krämer, zum musikalischen Höhepunkt des Abends über. Konzentriert spielte der Pianist die frühe a-Moll Sonate von Franz Schubert, bot im variierten Andante wahre Klangwunder und bewältigte mitreißend das temperamentvolle Finale."
Die technische Brillanz des Lübeckers offenbarte sich erst recht in der Auswahl von Mendelssohns "Lieder ohne Worte". Feinnervig und noch kleinste Details offen legend, jeden Ton noch gerade zelebrierend und dabei dennoch das Ganze im Blick habend, die Intimität und Innigkeit dieser Stücke wahrend, bei Bedarf aber auch mit munterer Spritzigkeit spielend, entstanden so wunderbar durchhörbare Kleinode, die absolut keinen Vergleich zu scheuen brauchen. Dass Krämers Einspielung der "Lieder ohne Worte" auf CD zwischenzeitlich als Refrenzaufnahme gilt, verwundert da nicht.